ÜBER | UNS

Warum starten wir dieses Projekt?

Wir sind eine vierköpfige Familie, die sich wegen der Querschnittlähmung (C5) meiner Frau nicht vom Reisen abhalten lassen will. Wir hatten die Idee zu just-camping.com, um auch anderen gehbehinderten Menschen die Möglichkeit des Campings mit Rollstuhl, Rollator und Co. als Form des unabhängigen Urlaubes näherzubringen und die sich dadurch ergebende Freiheit des Reisens zu ermöglichen. 

 

Wir waren in vielen Ländern und haben viele Hotels kennen gelernt und die Definition der Barrierefreiheit des Hotels muss trotzdem immer wieder hinterfragt werden. Ist das Waschbecken unterfahrbar? Ist in der Dusche ein Stuhl? Gibt es Treppen zu wichtigen Bereichen des Hotels? Denn "Roll-In-Shower" bedeutet noch lange nicht, dass ein Duschstuhl vorhanden ist oder dass man mit dem Rollstuhl zwischen WC und Wand in die Dusche kommt. Es ist auch schon vorgekommen, dass wir in unser barrierefreies Zimmer im 1. Stock nur, weit um das Hotel drum herum, durch die Heuscheune kamen. Oder, dass wir vor Ort an der Rezeption ein Zimmer buchten und im Zimmer feststellen mussten, dass die Tür zum Bad zu schmal und anstatt einer Dusche eine Badewanne eingebaut war. Auf Nachfrage, ob uns vielleicht versehentlich ein falsches Zimmer gegeben wurde, wurden wir daraufhin gewiesen, dass das Zimmer rollstuhlgerecht sei, wir allerdings kein rollstuhlgerechtes Bad verlangt hätten.

Das soll nicht bedeuten, dass diese Urlaube schlecht waren. Aber wenn man weiß, welche „Arbeit“ in Form von Zeit und Nerven vorab in die Suche nach einem rollstuhlgerechten Hotel gesteckt wurde, dann sind diese Resultate mau.

Dabei nervt uns vor allem die Hotelsuche! Wir möchten bitte genau DORT Urlaub machen. DORT gibt es aber keine rollstuhlgerechten Hotels, Pensionen oder ähnliches. Wenn es gut läuft, bekommen wir ein viel zu teures Zimmer im Umreis von 20 km. Uns ist es aber schon passiert, dass wir Pfingsten in Kroatien verbringen wollten. Sechs Monate lang wurden vergeblich hunderte von Hotels angefragt und am Schluss sind wir an der anderen Seite der Adria in Jesolo (Italien) gelandet. Knappe 250 km von unserem eigentlichen Ziel entfernt. Spontanität sieht anders aus! Denn selbst Kurztrips werden lange voraus geplant.

Doch selbst wenn das Hotel „nur“ 20 km entfernt ist haben wir das Problem des Transportes. Öffentliche Verkehrsmittel gehen auch nicht immer und das Taxi wird für den täglichen Einsatz zu teuer.

Mittlerweile stehen wir vor einer neuen Herausforderung. Wir haben Kinder - zwei um genau zu sein. Ein Kind kriegt man ja vielleicht noch irgendwie unter – wenn das Hotel mitspielt. Denn man kann aus versicherungstechnischen Gründen nicht einfach ein Zustellbett in ein barrierefreies Doppelzimmer stellen, auch wenn es groß genug wäre. Und ist Dir schon mal aufgefallen, dass Du als Rollstuhlfahrer nur Doppelzimmer bekommst. Bei zwei Kindern wird der Urlaub noch spannender. Ein barrierefreies Zimmer mit zwei Zustellbetten zu finden ist nahezu unmöglich. Ein barrierefreies Zimmer mit Verbindungstür in ein anderes Zimmer haben wir auch noch nicht entdeckt. Würde man allerdings die Kosten des zweiten Zimmers noch berücksichtigen, kann einem schon schwindelig werden.

 

Bei unserer Hotelauswahl sind wir übrigens nicht anspruchsvoll. Ein Zimmer für zwei Erwachsene und zwei Kinder mit einem rollstuhltauglichen Bad, d.h. unterfahrbares Waschbecken und eine ebenerdige Dusche in die man zur Not einen Plastikstuhl stellen kann, wenn kein fest eingebauter Sitz vorhanden ist. Wir brauchen nicht viel.

 

Und wenn man angekommen ist? Dann ist das Hotel am A***** der Welt oder es ist vor Ort nicht so schön oder einfach nicht wie man es sich vorgestellt hat. Der Urlaub kann in die Tonne getreten werden, weil Dein Flugzeug erst in zwei Wochen wieder nach Hause geht. Diese kleinen unplanbaren Faktoren spielen bei Rollstuhlfahrern eine so immens große Rolle, das kann vorab einfach nicht alles exakt geplant werden.

Aber deswegen auf die Eindrücke anderer Länder, auf die gesammelten Erfahrungen und den Genuss des "Seele-baumeln-lassen" verzichten? Nie im Leben!

Camping ist dabei die Lösung unseres Problems und vielleicht auch für Dich die passende Möglichkeit, um auf ungeplante Eventualitäten leicht reagieren zu können und dadurch den Urlaub auch wirklich zu genießen.

Vorteile beim Camping mit Behinderung

  1. 90% aller Campingplätze sind barrierefrei und Du findest Sie im ADAC Campingführer ganz schnell (Land aussuchen, Region aussuchen, Seiten aufschlagen und schauen ob ein Rollstuhl Symbol dabei ist. Fertig!)

  2. Du machst DORT Urlaub, wo Du möchtest und nicht nur DORT wo Du kannst.

  3. Du hast jeden Tag die Freiheit zu entscheiden, ob es Dir an einem Ort gefällt oder nicht.

  4. Das Wetter ist schlecht? Fahr der Sonne hinterher!

  5. Du lernst Land & Leute intensiver kennen, da Du Deinen Urlaub nicht nur in einem touristischen Gebiet verbringen musst.

  6. Öffentliche Verkehrsmittel benötigst Du nicht, Du hast Dein Auto dabei.

  7. Dein Gepäck musst Du nicht auf 23 kg pro Person beschränken.

  8. Es wird nicht langweilig. Große Campingplätze bieten Spaß und Animation für die ganze Familie und Ruhesuchende finden auch ihr beschauliches Plätzchen.

  9. Rollstuhlfahrer sind in gewissen Bereichen ja „getaktet“, diesen Takt musst Du nicht wegen der vorgegebenen Essenszeiten ändern.

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Florian Schörner 

Angerstr. 12a 

95497 Goldkronach